Ökologische Station Mittleres Leinetal 

Naturschutzfachliche Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten


Feldhamsterschutz

 

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) gilt in Niedersachsen als stark gefährdet (Rote Liste Niedersachsen, 1993). Obgleich er auf den großen Bördeflächen des südlichen Niedersachsens noch regelmäßig vorkommt, ist auch hier sein Erhaltungszustand als schlecht einzustufen. Da Feldhamster von hochwertigen Böden abhängig sind, geraten sie in Konflikt mit bestimmten Bewirtschaftungsweisen in der Landwirtschaft: Durch zu früh abgeerntete und/oder umgepflügte Äcker bleibt den Tieren zu wenig Zeit, Nahrung in den Vorratskammern ihrer Baue einzulagern. Außerdem besteht über längere Zeiträume eine zu geringe Deckung, um den Prädationsdruck durch Greifvögel, welcher vor allem Jungtiere gefährdet, zu reduzieren.


Foto: Lars Griebner

Die Ökologische Station Mittleres Leinetal e. V. möchte in einem langjährigen Projekt den Feldhamsterschutz in der Region Hannover, im Landkreis und der Stadt Hildesheim fördern. Dies ist nur in steter Zusammenarbeit und Kooperation mit den in den Börden tätigen Landwirten möglich. 

Der Mitwirkung der Landwirte bei der Umsetzung von Naturschutzzielen kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Daher streben wir langfristig den Aufbau einer Vertrauensbasis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz an, welche durch einen Austausch auf Augenhöhe gekennzeichnet ist. Dazu bieten wir eine unverbindliche und kostenlose Beratung zu den Agrarumweltmaßnahmen an. Gerne können Sie hierzu Frau Dr. Hanna Kastein unter kastein@oesml.org oder telefonisch unter 0511-54104702 kontaktieren.


Wir danken Lars Griebner herzlich für die Bereitstellung seiner Hamsterfotos.



Projekt zum Methodenvergleich von Feldhamsterkartierungen


In Zusammenarbeit mit der AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V. und dem Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie der Leibniz Universität Hannover kartiert die ÖSML das Vorkommen von Feldhamstern auf abgemähten Getreidefeldern in der Hildesheimer und Calenberger Börde und vergleicht dabei zwei Methoden miteinander:

Der Eingang eines Hamsterbaus wird kartiert und vermessen. Foto: I. Baumfalk.



  • Das konventionelle Zählen und Kartieren von Hamsterbauen durch Ablaufen eines Feldes,
  • das Zählen und Kartieren der Baue anhand von Luftbildaufnahmen des Feldes, die durch eine Drohnenbefliegung entstanden ist.
Fazit
Eine konventionelle Feldhamsterkartierung kann durch die Analyse von Luftbildern einer Drohne bisher noch nicht ersetzt werden. Das Erkennen von einzelnen Objekten ist schwer von anderen Strukturen zu unterscheiden. Damit werden keinesfalls so gute Ergebnisse erzielt, wie bei der konventionellen Kartierung. Außerdem ist das Zeitfenster einer Drohnenbefliegung durch Witterungsbedingungen limitiert und von dem Erntezeitpunkt der Landwirte abhängig.
Allerdings hat diese Methode ein hohes Potenzial für zukünftige Tätigkeiten im Bereich des Naturschutzes und gewinnt immer mehr an Bedeutung, wenn sich die Technik in den nächsten Jahren dahingehend an die Bedürfnisse der Nutzer anpasst.



Kartierung von Hamsterbauen durch Ablaufen eines Feldes. Foto: I. Baumfalk.


Wir danken der AG Feldhamsterschutz und dem Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie der Leibniz Universität Hannover für die gelungene Zusammenarbeit in diesem Projekt.




 



Dieses Projekt wurde durch das Land Niedersachsen finanziert.