Ökologische Station Mittleres Leinetal 

Naturschutzfachliche Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten


Fledermäuse im

Hildesheimer Wald


Telemetriestudie an Alteichen, Foto: I. Jacobsen

Alteichen gelten aufgrund ihrer dreidimensionalen Rindenstruktur für den Mittelspecht (Dendrocopus medius) als prioritäre Habitatbäume im Hildesheimer Wald (mündl. Mitteilung OVH). Ehemalige Spechthöhlen werden von einigen waldbewohnenden Fledermausarten (z. B. Myotis alcathoe, M. bechsteinii) als Sommer- und Wochenstuben-quartiere genutzt (vgl. DIETZ et al. 2007), weshalb angenommen wurde, dass auch im Hildesheimer Wald Spechthöhlen von Fledermäusen bewohnt werden. Um die Nutzung älterer Bäume durch baumhöhlen- und spaltenbewohnende Fledermausarten zu untersuchen, haben im August und September 2017 auf unterschiedlichen Untersuchungsebenen Datenerhebungen in ausgewählten Teilbereichen des Hildesheimer Waldes stattgefunden.


Bechstein-Fledermaus, Foto: R. Winter

Durch Detektorbegehungen und Langzeit-erfassungen konnten einige Arten und Artgruppen identifiziert werden. Außerdem konnte mithilfe dieser Methoden die Aktivitätsdichte eingeschätzt und Bereiche als potentielle Jagdhabitate festgelegt werden, an denen zur Ergänzung der Erfassungen und Vertiefung der Artnachweise Netzfänge stattfanden. Einige gefangene Fledermäuse wurden mit einem Sender versehen und telemetriert, um somit wertvolle Habitat-bäume zu identifizieren.



Durch die Detektorbegehungen wurden in ausgewählten Bereichen des Hildesheimer Waldes Fledermäuse auf drei Artebenen (Zwergfledermäuse, Pipistrellus pipistrellus, Mückenfledermäuse, P. pygmaeus und Großer Abendsegler, Nyctalus noctula), einer zusätzlichen Gattungsebene (Gattung: Myotis) und zwei Gruppenebenen (1. Gruppe: entweder Kleiner Abendsegler, Nyctalus leisleri oder Zweifarbfledermaus, Vespertilio murinus; 2. Gruppe: entweder Breitflügelfledermaus, Eptesicus serotinus, Nordfledermaus, Eptesicus nilsonii oder Zweifarbfledermaus, Vespertilio murinus) identifiziert. Bei den Netzfängen wurden in zwölf Fangnächten 28 Fledermäuse gefangen, darunter Bartfledermäuse (Myotis mystacinus), Bechsteinfledermäuse (M. bechsteinii), Brandtfledermäuse (M. brandtii), Fransenfledermäuse (M. nattereri), Rauhautfledermäuse (Pipistrellus nathusii), Große Mausohren (M. myotis) und Zwergfledermäuse (P. pipistrellus). Durch die Besenderung und Telemetrie von Tieren konnten außerdem Habitatbäume bzw. als Fledermaushabitat geeignete, naturschutzfachlich wertvolle Waldbereiche identifiziert werden.


Netzfang Escherde, Foto: I. Jacobsen



Literatur

DIETZ, C., v. HELVERSEN, O., NILL, D. (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas. Biologie, Kennzeichen, Gefährdung. Stuttgart: Franckh-Komos Verlags GmbH. 399 S.


Dieses Projekt wird durch das Land Niedersachsen finanziert.