Ökologische Station Mittleres Leinetal 

Dienstleistungen rund um die Natur

"Eigendynamik Leineaue"

- Schutzmaßnahmen für Laufkäfer


Artenerfassung als Grundlage zur Entwicklung und zum Erhalt der Lebensgrundlage seltener an den dynamischen Lebensraum angepasster Laufkäferarten im FFH-Gebiet 344 „Leineaue zwischen Hannover und Ruthe“


Der Dünen-Sandlaufkäfer. Foto: Dr. P. Sprick.

Im FFH-Gebiet 344 „Leineaue zwischen Hannover und Ruthe“, welches ehemals als Kiesabbaugebiet genutzt wurde, konnten sowohl an offenliegenden Steilufern der Leine als auch am Rand von Kiesteichen und auf vom Ufer entfernten trockenen Kies- und Sandfluren zahlreiche seltene und stark gefährdete Laufkäferarten nachgewiesen werden. In den letzten Jahren wurden bereits einige Pflegemaßnahmen ergriffen, um das Gebiet für Laufkäfer weiterhin attraktiv zu halten. Durch Abschiebung von Boden, Mahd, Gehölzbeseitigung und Anlage eines Sandwalls wurden Standorte mit offenen Kies- und Sand-Flächen in den für Flussauen typischen Zustand zurückversetzt.


Wohnröhren der Larve des Dünen-Sandlaufkäfers. Foto: Dr. P. Sprick.


 

Das Projekt

Lebensraum von Uferlaufkäfern. Foto: Dr. P. Sprick.
Die Aufgabe bestand in der Erfolgskontrolle der durchgeführten Pflegemaßnahmen. Zudem sollte überprüft werden, ob die durch die Leinehochwässer verursachte Dynamik ausreicht, um die seltenen Uferlaufkäfearten im Gebiet zu erhalten. Zu diesem Zweck wurden Probeflächen ausgewählt und auf das Vorkommen von Laufkäfern untersucht.

Ergebnisse

Insgesamt konnte ein Rückgang verschiedener Laufkäferarten beobachtet werden, jedoch sind die in den vergangenen Jahren durchgeführten Maßnahmen als erfolgreich zu bewerten. 
Die natürlichen Vorgänge, die zur Entstehung von Lebensräumen für Laufkäfer führen, treten im Gebiet heute jedoch nur noch selten auf oder fehlen gänzlich. Zur Bestandssicherung der Laufkäferarten sind daher Maßnahmen zur Pflege oder Neuanlage von geeigneten Lebensräumen, wie offenen oder vegetationsfreien Bereichen, auch zukünftig notwendig. Solche Maßnahmen umfassen die Beseitigung und den Abtransport von Vegetation durch Mahd, Rodung und Flächenabschiebung, das Umwälzen von Substrat sowie das Einbringen von Sand und Kies. Letzteres vornehmlich im Bereich von flachen Gewässerrandbereichen oder auch zur Anlage von sonnenexponierten Sandhügeln.
Mahd als Pflegemaßname geeigneter Lebensräume für Laufkäfer. Foto: K.-O. Krüger.


 

Dieses Projekt wurde durch das Land Niedersachsen finanziert.